Der ganz grosse Coup bleibt in dieser Challenge League Saison aus. Die Auswärtsniederlage in Tuggen bringt die WAB aber dennoch mit drei Siegen aus sechs Begegnungen in der Gruppenphase auf den dritten Tabellenrang. Höhen und Tiefen gehören in einer Saison immer dazu. In dieser Woche musste auch die WAB-Auswahl aus verschiedenen Gründen einige Umstellungen vornehmen, sodass die "Mission Halbfinale" zusätzlich erschwert war.
diverse umstellung sorgten für erschwerte bedingungen
Gleich mehrere Änderungen mischten das Erfolgsteam aus dem Match der Vorwoche gegen Leader Weinfelden etwas durch. Ali Daoud, der bisher starke Matches im Greco bis 65kg zeigte, musste aufgrund eines verletzungsbedingten Ausfalls auf 70kg und in die ungeliebte Stilart steigen. Abbas Jaffari rückte nach, fand sich damit jedoch erstmals in dieser Saison in der höheren Gewichtsklasse wieder, da er bisher seine Duelle auf 61kg bestritt. Ein ähnliches Schicksal ereilte Sviatoslav Holovchenko, der statt im angestammten Gewicht bis 80kg bis 86kg und damit ebenfalls im ungewohnten Freistil antreten musste. Die Motivation vor dem entscheidenen Kampf war jedoch ungebrochen hoch und alle von den Umstellungen betroffenen Athleten waren bereit, das Maximum herauszuholen. Abgerundet wurde die Liste der unfreiwilligen Wechsel im Schwergewicht. Mannschaftskapitän Fabio Buffolino fiel aus, sodass erstmals Makarii Nikitchuk in die Aufstellung rutschte und so gleich bei einem sehr wichtigen Match sein Challenge League Debut geben durfte.
Alle vier Athleten mit erschwerten Bedingungen zeigten aufopferungsvolle Leistungen, konnten ihre Kämpfe zwar nicht gewinnen, aber gesamthaft zwei Mannschaftspunkte erkämpfen und im Fall von Makarii Nikitchuk durch einen aufopferungsvollen Kampf, trotz Fussverletzung während des Kampfes, Höchstwertungen für die Tuggener verhindern. Nur für Abbas Jaffari war das Gewichtsgefälle zu hoch, sodass er sich per Schultersieg geschlagen geben musste.
rückkehrer dominik rothen liefert spektakel
Mit Spannung erwartet wurde die Rückkehr von Dominik Rothen, der ebenfalls in der Saison 2025 in der Aufstellung stand. Fast genau zwei Jahre nach seinem letzten Mannschaftseinsatz, einer langen Verletzungs- und Aufbauphase, kehrte der langjährige WAB-Ringer zurück auf die Matte. Er sorgte für den grössten emotionalen Ausbruch auf den Publikumsrängen und dem WAB-Anhang. Zu Kampfbeginn lancierte er ein wahres Feuerwerk und sicherte sich rasch erste Punktewertungen. Ein sauber ausgeführter Soupless-Wurf brachte ihn gar auf eine 12:0 Punkteführung nahe an den Sieg durch technische Überlegenheit. In eigenen Worten mit "Ringrost" bezeichnete er im Nachgang dann die fehlende Kampfroutine, die seinen Gegner Adrian Ulrich Punkt für Punkt zurück ins Spiel brachte und am Ende sogar die Schulterniederlage bedeutete. Dennoch ein sportliches Ausrufezeichen und verheissungsvoll für die verbleibende Saison.
die stammbesetzung liefert erwartungsgemäss
Von den eher unfreiwilligen Umstellungen verschont blieben Mustafa Shejai, Serhii Buriatinskyi, Vlad Moshink, Denys Aleksieienko und Ostap Savka.
Mustafa Shejai, der vergangene Woche seinen ersten Saisonsieg feiern konnte, war Durani Ziaullah erneut eine Nummer zu gross. Während in der Hinrunde noch eine Schulterniederlage resultierte, musste der Berner sich in dieser Begegnung "nur" technische Unterlegen geschlagen geben. Im Gewicht bis 61kg Freistil zeigte Serhii Buriatinskyi erneut seine Klasse und steuerte trotz ärgerlichen Punktverlusten an der Zone einem ungefährdeten Sieg durch technische Überlegenheit gegen Junioren Schweizermeister von 2023 Florian Schärli entgegen. Im Gewicht bis 97kg hatte Denys Aleksieienko keine einfache Aufgabe gegen Lukas Lötscher, kontrollierte den Kampf jedoch zu jeder Zeit. Bei seinem ungefährdeten 14:0 Punktesieg war der einzige Wehrmutstropfen, dass die Höchstwertung für die technische Überlegenheit nur einen Punkt entfernt lag.
Den Schlusspunkt des Kampfabends setzten die beiden 75ger. Zunächst Vlad Moshkin, der auf den ehemaligen Nationalkaderringer Jonas Müller traf und somit Protagonist im mit Spannung erwarteten Top-Duell des Abends war. Wie erwartet entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, in dem zunächst Vlad Moshkin aktiver war und so mit einem Punkt in Führung ging. Aus der anschliessenden Bodenlage konnte er jedoch noch keinen Profit ziehen. Die zweite Hälfte startete mit einem engagierten Auftakt des Willisauer Doppellizenzringers der RR Tuggen, sodass er auf 1:1 ausgleichen konnte. Doch die sichtbaren Fortschritte in der Bodenverteidigung des Berners, brachten den Routinier zur Verzweiflung. Eine erneute Passivität zu Gunsten von Vlad und eine erneute Bodenlage brachten die Entscheidung. Mit einer grossen Willens- und Kraftleistung gelang der Durchdreher und somit die entscheidende Punktewertung zu Gunsten von Vlad, der seine bisher perfekte Kampfbilanz damit weiter ausbaut.
Ebenfalls auf sechs Siege aus sechs Begegnungen kann Ostap Savka blicken. Nachdem der Berner im letzten Duell des Abends gegen Kevin Adler die ersten Punkte für sich verbuchen konnte, musste der Tuggener nach der Halbzeit verletzungsbedingt aufgeben.
leichte enttäuschung über das resultat in tuggen, aber grosser stolz über die bilanz der gruppenphase und blick nach vorne
Klar ist, dass unter idealen Voraussetzungen die Halbfinalqualifikation in erreichbarer Nähe gelegen hätte. Es gehört aber auch zu einem Saisonverlauf dazu, dass es schwierige Situationen in der Personalplanung geben kann. Die Bilanz der Gruppenphase fällt insgesamt sehr positiv aus. Während die WAB im Vorjahr noch ihren ersten Sieg in der Challenge League als Saisonziel ausgegeben hatte, konnte nun schon von einem Medaillenkampf geträumt werden. Bereits die erste Heimrunde brachte den ersten Sieg und mit drei Siegen aus sechs Kämpfen ist die Bilanz insgesamt ausgeglichen. Ein grosser Fortschritt auf der langfristigen Vision dieses noch immer jungen Clubs.
"Letztes Jahr klassierten wir am Ende auf dem 6. Schlussrang. Es liegt in meiner DNA, seit wir die WAB im Jahr 2018 gegründet haben, dass wir immer weiter nach oben streben. Mit der jetzigen Ausgangssituation ist Rang 5 möglich. Das muss nun das Ziel und er Anspruch sein.", gibt Vereinspräsident Robin Pietschmann zu Protokoll.
Ein erster Gradmesser wird das Duell am kommenden Samstag gegen die Ringerstaffel Sense in Schmitten sein. Die Sensler waren in dieser Saison stark gebeutelt von Verletzungen und Ausfällen. Mit dem ersten Saisonsieg zum Abschluss er Gruppenphase kommt aber eventuell wieder etwas Motivation zurück in der neuen Zeitrechnung ab den Playouts nochmals alles auf die Matte zu werfen. Der Gegner wird von der Berner Equipe also auf keinen Fall unterschätzt. Der Hinkampf findet wieder mit gedrehten Silarten statt, sodass auch für die WAB die kommende Woche die Chance für eine Neusortierung nach dieser etwas gebrauchten Woche mit einigen "Notlösungen" gut sein wird.
