Fulminantes Comeback sichert den Sieg über die RS Sense

Nervenkitzel pur in der Füllerich-Sporthalle in Gümligen: Die knappe 2-Punkte-Führung aus dem Hinkampf vor einer Woche schlug bis drei Kämpfe vor Schluss in einen 11-Punkte-Rückstand (!) um - dank sensationellen Leistungen der beiden 75ger dreht die WAB die Begegnung jedoch noch und sichert sich so erneut einen denkbar knappen 20:19 Sieg. Das bedeutet schon jetzt sicher die Einstellung des bisherigen Top-Rangs aus dem Vorjahr. 

Schon früh in der Saison war erkennbar, dass der Titelverteidiger aus Schmitten in dieser Saison einen schweren Stand haben würde. Die grossen Pläne eines medial kommunizierten Aufstiegswunsches der RS Sense um den neu verpflichteten Trainer Bendeguz Lagzi-Kovacs wurden leider durch zahlreiches Verletzungspech durchkreuzt. Entsprechend witterte auch die WAB ihre Chance den über Jahre hinweg starken Konkurrenten in der Challenge League zu bezwingen. 

 

In der Vorwoche gelang es der RS Sense erstmals in dieser Saison eine volle Mannschaft zu stellen und dem Publikum über volle 10 Kämpfe ein Ringsportspektakel zu bieten. Erst im letzten Kampf konnte sich die WAB einen knappen 19:21 Auswärtssieg sichern. Entsprechend knapp durfte auch das Duell zu Hause in Gümligen erwartet werden. 


Der Auftakt verlief zunächst nach Plan für die RS Sense und zeigte auch die Ambitionen auf, mit denen die Schmittener nach Bern gereist waren. Dany Kälin hatte sich erstmals in dieser Saison ins Gewicht bis 57kg trainiert und konnte seine Klasse gegen den Berner Mustafa Shejai mit einem Schultersieg ausspielen. Sinnbildlich für das gesamte Aufeinandertreffen der beiden Teams war das Duell bis 130kg im Freistil. Carlo Lanfranchi traf auf den Belper Remy Jobin, der dank Doppellizenz auch die Sensler verstärkt. Die erste Halbzeit verlief dank zahlreicher Konter und Punktwertungen zu Gunsten des Gastteams. Doch Lanfranchi wurde in der Halbzeit durch die Coaches Felix Faller und Thomas Jehle perfekt auf den Gegner eingestellt und konnte sich so bis zum Ausgleich zurückkämpfen, der sogar dank einer höheren Viererwertung zum Sieg gereicht hätte. Den Schlusspunkt setzte aber der Sensler, der mit einer abschliessenden Zweierwertung den knappen Punktesieg für sich verbuchen durfte. 

 

Im Gewicht bis 61kg machte Serhii Buriatynskyi gegen Lars Berger kurzen Prozess und sicherte der WAB den ersten Sieg des Abends. Was Erfahrung, Routine und grosses Selbstvertrauen ausmachen, zeigte dann jedoch unmittelbar danach für die Gegenseite deren Mannschaftsführer Matthias Käser. Bis 97kg im griechisch-römischen Stil setzte er Denys Aleksieienko ordentlich zu und war schon früh im Kampf sichtbar konditionell und technisch überlegen. Die Passivität und unerlaubtes Abwehrverhalten führten zu drei Verwarnungen gegen den Berner, sodass der Kampf mit 0:4 für Sense gewertet wurde. Das letzte Duell vor der Pause wurde nicht ausgerungen. Routinier Pascal Jungo wäre auf den jungen Ali Daoud getroffen, der jedoch die Gewichtslimite nicht rechtzeitig schaffte und so einen Forfaitsieg für die Sensler in die Wege leitete. Weitere 0:4 Punkte auf dem Konto der Schmittener. 

 

Der engagierte und aktive Auftritt von Riccardo Buffolino, der nach über einem Monat wieder in der Aufstellung stand, konnte leider die dritte 0:4-Wertung in Folge gegen die Berner nicht verhindern. Trotz zwischenzeitlichem Ausgleich war es die grössere Kampferfahrung seines Gegners Jonas Schwaller, die am Ende den Ausschlag gab und den Schultersieg besiegelte. 

 

Den Auftakt in die erfolgreiche Schlussphase und Aufholjagt lancierte einmal mehr Vladslav Moshkin. Der bisher in dieser Saison ungeschlagene Berner trat im eher ungewohnten Freistil gegen Nathan Morier an. Es entwickelte sich ein hochstehendes Duell, in dem trotz einer Zweierwertung für den Sensler Moshkin zu jeder Zeit die Oberhand behielt und einen deutlichen 12:2 Punktesieg erringen konnte. 

 

Das 0:4-Geschenk durch das verpasste Gewichtslimit aus der ersten Kampfhälfte erhielt die WAB dann im Duell bis 80kg Greco zurück, da der noch immer verletzte Sensler Jan Faller das Duell mit Dominik Rothen nicht aufnehmen konnte. Dennoch resultierte zwei Kämpfe vor Schluss ein Zwischenstand von 12:19 Punkten zu Gunsten der Sensler. Bis 75 Greco war es damit zunächst am Genfer in Berner Diensten Sviatoslav Holovchenko den Matchball gegen den motivierten Bruno Zybach abzuwenden. Ein erster positiver Indikator war, dass Zybach erstmals in dieser Saison bis 75kg antrat, nachdem er in der Vorwoche bis 70kg gegen Vladslav Moshkin gerungen hatte und zuvor ausschliesslich bis 65kg. Sviatoslav Holovchenko liess früh erkennen, dass er keinen Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen lassen wollte. Der zweite erfolgreiche Hüfter führte zum Schultersieg und brachte die WAB auf 16:19 Punkte heran. Kumuliert mit dem Ergebnis aus der Vorwoche war also klar, dass Ostap Savka im letzten Kampf mindestens einen deutlichen Punktesieg erreichen musste (3:1), um den Sieg für die Berner festzuhalten. 

 

Ostap Savka stellte einmal mehr seine hervorragende ringerische Form und ausgezeichnete mentale Verfassung unter Beweis! Zunächst realisierte er zahlreiche Punktewertungen, ohne seinem Gegner den Hauch einer Chance zu lassen. Als er sogar den Schultersieg realisieren konnte, brachen in WAB-Ecke der Füllerich-Halle alle Dämme. Mit 4:0 Mannschaftspunkten war nicht nur der kumulierte Sieg perfekt, sondern ein erneuter Triumph über den Vorjahresmeister mit nur einem knappen Punkt. 


Dieser Erfolg markiert den fünften Sieg im achten Duell für die WAB. Eine jetzt schon historisch gute Bilanz für den jungen Club, der erst seine dritte Saison in der Swiss Wrestling Challenge League bestreitet. 

 

Kommende Woche wartet im Platzierungskampf um Rang 5 und 6 nun die Ringerriege Hergiswil. Zunächst findet am 1. November die Heimrunde in Gümligen statt, bevor es zum grossen Saisonfinale am 8. November auswärts nach Hergiswil geht. 


Spannung bis zum letzten Kampf - die WAB sichert sich den Sieg über den Vorjahresmeister der RS Sense: